Chronik Kleinwallstadt
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Federzeichnung
am Main Die unterfrankische Marktgemeinde Kleinwallstadt ist eine
alte und zugleich eine moderne und aufstrebende Gemeinde. Sie liegt, in einer jeden Naturfreund begeisternden Landschaft, am rechten Ufer des Mains, zwischen den waldreichen Mittelgebirgen Spessart und Odenwald.
Von der Geschichte geprägt, ist sie heute eine Wohngemeinde mit kleinstädtischem Flair und voll Lebendigkeit. Aus ihrem historischen Ortskern hat sie sich, vor allem in der Nachkriegszeit, gewaltig erweitert. Im Norden, Osten und auch im Südosten sind aufgelockerte Neubaugebiete entstanden, die flächenmäßig den alten Ort um ein Vielfaches übertreffen. Hinzu kam im Jahre 1971 die Eingemeindung unseres Nachbarortes Hofstetten, wodurch die Einwohnerzahl heute auf 5750 angestiegen ist. Hauptstrasse
römer Mittelpunkt aber blieb der alte Ortskern mit dem alten und
neuen Rathaus und der Pfarrkirche. Die alte Ortsmauer mit
den beiden Turmresten lässt die ursprüngliche Anlage als
langgestrecktes Rechteck, an den Main geschmiegt, noch
klar erkennen.
Kleinwallstadt, einer der ältesten Orte des Landkreises, war schon sehr früh besiedelt. Bodenfunde aus der Hallstadtzeit weisen auf die vorgeschichtlichen Bewohner hin. Bei einem neuen Fund (1980) wurden, neben weiblichen Skelettresten, schöne Grabbeigaben aus allemannischer Zeit (4.-5. Jahrhundert) zu Tage gefördert.
Eisbrechen am Main
Schloss Schon im frühen 8. Jahrhundert von den Klöstern Lorsch
und Amorbach missioniert, wurde in Kleinwallstadt, auch
Bischofswallstadt genannt, bereits im Jahre 1023 vom Erz-
bischof von Mainz eine Vogtei und ein Zehntgericht über
einen großen Teil des Spessarts eingesetzt. 1184 ließ der Mainzer Erzbischof Konrad von Wittelsbach im nahen Forst die sogenannte Burg Waldenberg errichten. Zunächst offensichtlich als Trutzfeste gegen die benachbarten staufischen Stützpunkte gedacht, besaß sie später vorwiegend die Aufgabe, den im Spessart konkurrierenden Rieneckern wirksam entgegentreten zu können. Sie wurde von diesen jedoch um das Jahr 1260 zerstört. Die Reste der Burg sind heute noch zu sehen.
Da während der großen Heimsuchung der Schwedenkriege (30-jähriger Krieg) Kleinwallstadt sehr mitgenommen wurde und sämtliche Aufzeichnungen und Urkunden vernichtet wa-ren, hat der Erzbischof von Mainz im Jahre 1733 für Klein-wallstadt und seine umliegenden Dorfschaften eine neue Zunftordnung erlassen. Daraus geht hervor, dass vormals in Kleinwallstadt und Umgebung schon reges Gewerbetreiben herrschte, denn sie zählt 17 Berufe auf wie Bender, Bier-brauer, Zimmermann, Maurer, Hafner, Färber, Glaser, Strümpfweber und Leineweber. Aus den selben Gründen wurden die sicher schon früher gewährten Marktrechte 1737 vom Erzbischof und Kurfürsten von Mainz neu bestätigt und verbrieft.
Hauptstrasse
Kleinwallstadt vom Plattenberg In den letzten 7 - 8 Jahrzehnten hat sich dieses, unser Kleinwallstadt, ehemals bäuerlich-handwerklich strukturiert, durch den Einfluss der Industrialisierung grundlegend gewandelt. Es bietet mit seiner ausgeprägten und guten Infrastruktur all das, was ein Bürger heute von seiner Wohnsitzgemeinde erwartet.